Abzusehen und doch schwer
Verehrtes Publikum,
dieser Eintrag ist einem sehr wichtigen Menschen in meinem Leben gewidmet und aufgrund des kurzen Zeitabstandes fllt mir das Schreiben auch noch verdammt schwer.
Der Tod meines Vaters kam damals berraschend und war schmerzhaft.
Aber dies passierte auch vor vier Monaten schon alles unter dem Schatten der Krebserkrankung meines Grovaters.
Eine Erkrankung, die 2005 einen damals 71jhrigen, der noch Nacht fr Nacht mit dem Fahrrad die Zeitung ausgetragen hat, sehr stark verndern mute.
Dinge die fr ihn Zeit seines Lebens selbstverstndlich waren, schwanden nicht schleichend, wie es beim normalen Alterungsproze der Fall ist, nein, sie wurden urpltzlich nicht mehr denkbar.
Mein Grovater war fr mich und fr meinen Bruder der feste Bezugspunkt in der Familie.
Mir hat er das Fahrradfahren beigebracht, auch Unvergessen die zahllosen gemeinsamen Stunden im eigenem Swimming-Pool.
Ebenfalls ihm ist es zu verdanken, da seine “Jung Deutschland” aktive Feuerwehrmitglieder geworden sind. Manchmal war es sogar schon beschmend, wie stolz er auf einen war und das auch wirklich jedem anderen mitteilen mute.
Auch ansonsten war er immer fr einen da, hat uns von der Schule abgeholt, selbst wenn es fr ihn bedeutete, da er nicht genug Schlaf bekommt. Mit ihm haben wir unser erstes Taschengeld beim Zeitungsaustragen verdient.
Es gibt eigentlich noch soviel zu erzhlen.
Soviele dankbare Erinnerungen, soviel schne Augenblicke, mal von seinen schmerzhaften aber freundschaftlichen Klappsen auf den Oberschenkel abgesehen (Bcker- und Konditorhnde sind kraftvoll…) oder der gut gemeinten Erinnerung an das Versprechen, doch das Abitur zu machen.
Meine insgeheime Hoffnung war, da ich mich bei seinem Tod dadurch drcken knnte, in dem ich auf der Arbeit bin, um es mir selbst einfacher zu machen, mehr Abstand zu haben.
Heute morgen bin ich frher von der Arbeit los, um noch Termine einhalten zu knnen, unter anderem bei meinen Groeltern.
Die letzten zwei Wochen nahmen eine rasend schnelle Entwicklung und ein Ende war abzusehen.
Doch trifft es einem hart, denn gestern hat er noch wenige Worte mit mir geredet.
Durch meine frhe Ablsung war ich die letzten Minuten seines Lebens bei ihm und konnte hoffentlich meiner Gromutter, meiner Tante und meiner Mutter ein kleines bichen helfen und ein kleines bichen Liebe, die ich immer durch meinen Opa erfahren durfte, zurckgeben.
Um 08:58 Uhr war das Leben meines Grovaters vorbei, ohne Schmerzen und friedlich.
Kein Kampf, nur sanfte Ruhe.
Danke.

Von Florian am 2.05.2007 - 17:21
Danke Bruder.
Von Michael am 7.05.2007 - 16:19
Mein herzliches Beileid